Nebenjob und Krankenversicherung

Wer als Schüler oder Student in den Ferien oder nebenbei jobbt und damit Geld verdient, muss unter Umständen Beiträge zur Sozialversicherung zahlen. Wann das der Fall ist und was bei der Krankenversicherung zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Geld verdienen während der Ferien und im Studium

Ob Praktikum, Aushilfstätigkeit oder 450-Euro-Job beziehungsweise Minijob: Sobald Sie Geld verdienen, ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, Ihren Nebenjob anzumelden. Damit sorgt er unter anderem dafür, dass Sie während Ihrer Tätigkeit unfallversichert sind. Darüber hinaus können auch Beiträge zur Krankenversicherung sowie zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung fällig werden. Ob das auf Sie zutrifft, hängt davon ab, ob Sie Schüler, Schulabgänger oder Studierender sind. Auch wann und wie viel Sie arbeiten, ist unter Umständen entscheidend, ebenso wie die Höhe des Verdienstes.

Nebenjob als Schüler und Schulabgänger

Ferienjobs von Schülern und Studenten sind in der Regel sozialversicherungsfrei, weil sie als kurzfristige Beschäftigung gelten. Wie hoch der Verdienst und die wöchentliche Arbeitszeit sind, spielt dabei keine Rolle. Voraussetzung ist, dass die Beschäftigung nicht länger als drei Monate beziehungsweise 70 Arbeitstage im laufenden Jahr dauert. Mehrere Jobs dieser Art während eines Kalenderjahres werden zusammengerechnet.

Wer einen Ausbildungsvertrag in der Tasche hat und in der Zeit bis zum Ausbildungsbeginn jobbt, muss Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Denn in diesem Falle gilt die Aushilfstätigkeit als vorgezogener Start ins Berufsleben.

Angehende Studierende, die bis zum Beginn des Studiums jobben, brauchen unabhängig vom Verdienst keine Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen, vorausgesetzt die Beschäftigung dauert nicht länger als drei Monate oder 70 Arbeitstage pro Kalenderjahr. Eine länger andauernde Beschäftigung bleibt bis auf die Rentenversicherung sozialversicherungsfrei, wenn Sie nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, sich auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen.

Nebenjob als Studierender

Studierende, die nebenbei arbeiten, müssen in der Regel für ihr Einkommen keine Beiträge zur Pflege-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung zahlen. Bei einem Minijob bis 450 Euro können Sie sich von der Rentenversicherungspflicht auf Antrag befreien lassen. Die Familienversicherung, die studentische oder freiwillige Krankenversicherung bleiben weiterhin bestehen. Dies gilt aber nur, wenn

  • Sie sich weiter überwiegend Ihrem Studium widmen,
  • die wöchentliche Arbeitszeit während des Semesters nicht mehr als 20 Stunden beträgt oder, befristet auf 26 Wochen im Jahr, mehr als 20 Stunden überwiegend an Wochenenden oder in den Abend- und Nachtstunden stattfindet.

Besondere Regelungen:

  • Familienversicherung: Studierende, deren regelmäßiges monatliches Einkommen höher als 425 oder bei einer geringfügigen Beschäftigung 450 Euro ist, können in der Regel nicht in der Familienversicherung mitversichert bleiben. Sie müssen sich in der studentischen Krankenversicherung selbst versichern. Bei einem Minijob bis 450 Euro bleibt die Familienversicherung bestehen.
  • Überschreiten Studierende mit einem oder mehreren Nebenjobs die 20-Stunden- oder 450-Euro-Grenze, müssen sie Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Liegt der Verdienst zwischen 450,01 und 850 Euro, fallen jedoch nur reduzierte Beiträge an. Ab 850 Euro ist der Studierende voll versicherungspflichtig.
  • Studierende, die in einer kurzfristigen Beschäftigung innerhalb eines Jahres mehr als 26 Wochen oder 182 Kalendertage bei mehr als 20 Wochenstunden arbeiten, zahlen von ihrem Gehalt in allen Bereichen der Sozialversicherung Beiträge. Bei einem Einkommen bis zu 850 Euro sind die Beiträge reduziert.

Wer in den Semesterferien jobbt, muss unabhängig von Einkommen oder Arbeitszeit keine Beiträge zur Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung zahlen, vorausgesetzt der Job gilt als kurzfristige Beschäftigung und ist auf maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr befristet. Mehrere Jobs dieser Art während eines Kalenderjahres werden zusammengerechnet.

Ihre Krankenversicherung in der Familienversicherung, der studentischen oder freiwilligen Krankenversicherung bleibt bei einem Ferienjob unverändert bestehen.

Wichtig: Sobald sich der Ferienjob verlängert und Sie dadurch mehr als drei Monate beziehungsweise 70 Arbeitstage im Jahr arbeiten, fallen ab diesem Zeitpunkt Beiträge für die Rentenversicherung an.

Unabhängig vom Einkommen bleiben Sie als Werkstudent in der studentischen oder freiwilligen Krankenversicherung versichert, wenn Sie

  • während des Semesters wöchentlich nicht mehr als 20 Stunden arbeiten,
  • bei mehr als 20 Stunden überwiegend an Wochenenden oder in den Abend- und Nachtstunden arbeiten. Allerdings gilt dafür eine zeitliche Befristung von maximal 26 Wochen im Jahr.

In den Semesterferien dürfen Werkstudenten in Vollzeit arbeiten.

Ob als Werkstudent auch weiterhin die Familienversicherung möglich ist, prüfen wir gern für Sie. Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihre AOK.

Üben Sie neben Ihrem Studium eine selbstständige Arbeit aus, können Sie weiterhin als Studierender versichert bleiben. Es sei denn, Sie beschäftigen einen Arbeitnehmer und gehen mehr als 20 Stunden pro Woche Ihrer selbstständigen Tätigkeit nach. Wichtig: Melden Sie die selbstständige Tätigkeit schnellstmöglich Ihrer AOK.

In den Studien- oder Prüfungsordnungen der meisten Studiengänge sind verschiedene Praktika vorgeschrieben. Bei der Sozialversicherungspflicht müssen Sie dabei besondere Regelungen beachten:

Vorgeschriebenes Zwischenpraktikum
Studierende, die während ihres Studiums ein vorgeschriebenes Praktikum absolvieren, sind unabhängig von der Wochenarbeitszeit, vom Verdienst oder der Länge des Praktikums sozialversicherungsfrei. Die Beiträge zur studentischen oder freiwilligen Krankenversicherung bleiben dabei grundsätzlich bestehen.

Wichtig: Familienversicherte Studierende müssen sich bei einem bezahlten Praktikum von mehr als 425 Euro monatlich selbst versichern.

Vorgeschriebenes Vor- oder Nachpraktikum
Bei einem Vor- oder Nachpraktikum sind Sie in der Regel noch nicht oder nicht mehr als Student immatrikuliert. Deshalb besteht grundsätzlich Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung. Die Höhe der Beiträge hängt vom Einkommen im Praktikum ab. Wer im Praktikum kein Geld verdient, ist entweder in der Familienversicherung oder in der Krankenversicherung der Praktikanten pflichtversichert.

Freiwilliges Praktikum und Krankenversicherung
Bei einem freiwilligen Praktikum gelten dieselben Regeln wie beim Jobben während des Semesters oder in den Semesterferien.

Achtung: Wer im Praktikum mehr als 425 Euro verdient, kann nicht mehr familienversichert bleiben.

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